
Asarum europaeum
Plantae · Tracheophyta · Aristolochiaceae · Asarum · Piperales · Magnoliopsida
Auch: Haselwurz, Pfefferkraut, Scheibelkraut
Eine giftige, aber historisch bedeutende Pflanze mit einer Reihe von interessanten Eigenschaften.
Purgiermittel, zur Behandlung von Schwellungen und Entzündungen, bei Leber- und Milzbeschwerden, für die Behandlung der Dropsie und Gelbucht, gegen fortgesetzte Fieberattacken durch starke Überschussflüssigkeiten
Historisch als Brechmittel und bei Husten verwendet
Kriechende Stängel mit zwei Reihen von Stacheln (Stipeln), glänzende, nierenförmige Blätter und unscheinbare, purpurfarbene Blüten.
Kriechende, immergrüne Staude
Schattenliebend (z. B. unter Bäumen), verträgt auch Halbschatten
Alle Pflanzenteile sind für den Menschen toxisch und ungenießbar
stark
Herkunft der Einstufung: Asaron (in der Zeile genannt): kanzerogen und mutagen im Tierversuch, Brechmittelwirkung. Stufe gedeckt.
Oraler Reiz, Nausäue, Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden
Im aetherischen Oel der Gattung wurden neben Asaron weitere bedenkliche Stoffe nachgewiesen: Safrol, Methyleugenol, Aristolochiasaeuren, 3,5-Dimethoxytoluol und Benzolderivate. Safrol gilt dabei als Hauptgiftstoff des fluechtigen Oels; es kann das Atemzentrum laehmen sowie Nervensystem, Kreislauf und Atmung schaedigen und wirkt krebserregend. — Ergänzend aus dem bisherigen Katalogeintrag (ohne Quellenangabe): Verursacht Erbrechen und Durchfall, kann die Natur schwächen
Die Pflanze enthaelt Alpha- und Beta-Asaron. Beide sind erbgutschaedigend und haben sich im Tierversuch als leberkrebserregend erwiesen, Beta-Asaron staerker als Alpha-Asaron. Der Gehalt in Arzneimitteln ist nach Auffassung des HMPC auf ein Mindestmass zu senken; diploide Varietaeten sind stets vorzuziehen. Aus der Schweiz ist ein Fall akuter Vergiftung nach Einnahme von Asarum europaeum beschrieben.
Zu Wechselwirkungen liegen uns hier keine Angaben vor. Das heißt nicht, dass es keine gibt. Wenn du Medikamente nimmst, frag bitte deine Ärztin oder in der Apotheke nach.