ZumWohlsein — Nicole Wohlsein, Dipl. Kinesiologin
Kräuterwissen
Grüner Nieswurz

Grüner Nieswurz

Helleborus viridis

Plantae · Tracheophyta · Ranunculaceae · Helleborus · Ranunculales · Magnoliopsida

Auch: Helleborus hunfalvyanus viridis, Helleborus vaginatus

Über die Pflanze

Sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze mit Wuchshöhen von 20 bis 60 cm; handförmig geteilte Blattspreiten sieben- bis neunteilig mit gesägten Abschnitten; zwei grundständige Blätter, die nicht überwintern; halb hängende Blüten hell- bis gelbgrüne Farbe, 4 bis 6 cm groß.

Wirkung

Historisch als Heilpflanze eingesetzt; früher als Niespulver verwendet. In der Medizin oft wie Helleborus niger benutzt.

Anwendung

drastische und hydragoge Kathartik bei Dropsien; Emmenagog in Amenorrhöe; Vermifuge bei Kindern mit Lumbricoiden; Nervin bei Manie und Melancholie; Antispasmodik bei Epilepsie

Überliefertes Wissen

Verwendet als Niespulver; in der Medizin oft wie Helleborus niger benutzt.

Wuchs

halbimmergrüne, ausdauernde Pflanze

Standort

Wäldern und Gebüschen

Herkunft

in Mittel- und Westeuropa heimisch, einschließlich Südengland

Verwendete Pflanzenteile
  • Wurzel
Sammeln
  • Hinweis: Handschuhe empfohlen · Bedingungen: Trocken, kein Regen · Pflanzenteil: Gesamtpflanze · Reifezustand: nach Frost|reif
Inhaltsstoffe
  • Helleborin
  • Helleboreïn
Sicherheit und Wechselwirkungen

Giftigkeit

stark

Herkunft der Einstufung: Helleborin und Helleborein (in der Zeile genannt): Herzglykoside der Nieswurz. Stufe gedeckt.

Giftige Teile

  • Wurzel

Teile und Zubereitungen im Einzelnen

  • Wurzel · frisch — giftig
    Erregung motorischer Hirnzentren (zuerst der Atmung), es folgen Unruhe und Krämpfe, endlich Lähmung, insbesondere Atemlähmung; am Herzen erzeugen die Viridis-Alkaloide Bradycardie und negative Inotropie.
  • Gesamtpflanze · frisch — giftig
    Erregung motorischer Hirnzentren (zuerst der Atmung), es folgen Unruhe und Krämpfe, endlich Lähmung, insbesondere Atemlähmung; am Herzen erzeugen die Viridis-Alkaloide Bradycardie und negative Inotropie.

Vergiftungszeichen

Erregung motorischer Hirnzentren, Unruhe, Krämpfe, Lähmung, insbesondere Atemlähmung

Nebenwirkungen

Als herzwirksame Droge loest die Pflanze Herzrhythmusstoerungen aus, begleitet von Uebelkeit, Erbrechen und Sehstoerungen. Als Hahnenfussgewaechs enthaelt sie zusaetzlich Ranunculin, aus dem bei Verletzung des Gewebes das blasenziehende Protoanemonin entsteht — es reizt Haut und Schleimhaeute bis zur Blasenbildung und verursacht Brennen in Mund und Rachen.

Wechselwirkungen

Die Pflanze enthaelt herzwirksame Glykoside. Fuer diese Stoffklasse gilt: Amiodaron, Verapamil, Chinidin und Diltiazem heben den Blutspiegel und koennen eine Vergiftung ausloesen, weil sie den P-Glykoprotein-Transport in den Nierenzellen hemmen und die Ausscheidung bremsen. Ebenso gefaehrlich sind Arzneimittel, die den Elektrolythaushalt verschieben — etwa entwaessernde Mittel: Kaliummangel, Magnesiummangel und Kalziumueberschuss steigern die Empfindlichkeit erheblich.

Dieser Eintrag wird noch ergänzt.

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