
Colchicum autumnale
Plantae · Tracheophyta · Colchicaceae · Colchicum · Liliales · Liliopsida
Auch: Mädesüß
Colchicum ist ein botanisches Genus mit etwa 160 Arten, die zur Familie der Colchicaceae gehören. Die Pflanzen sind bekannt für ihre giftigen Eigenschaften aufgrund des Alkaloids Colchicin.
Entzündungsunterdrückung, Herzrhythmusstörungen, Lähmungen, Nierenversagen.
Gicht,
Volksmedizin: war früher eine Tinktur aus den Samen der Herbstzeitlose gegen Gichtanfälle üblich.
Mythologie: Der Name Colchicum leitet sich von Kolchis (heute Georgien) ab. Historie: Im 19. Jahrhundert wurde Colchicum autumnale als Gift eingesetzt.
Blüten ähneln denen von Krokussen, haben aber drei Narben und sechs Staubblätter. Blätter erscheinen meist erst nach der Blüte im Frühjahr.
kormartige Knollen
sonnige bis halbschattige Standorte mit durchlässigem Boden
Westasien, Europa, Mittelmeerraum, Ostafrika und Südafrika
Pflanzenteile: Knolle,Samen
tödlich
Herkunft der Einstufung: Colchicin (in der Zeile genannt): kein Antidot, Latenz 2–6 h, ab ~0,8 mg/kg letal; Verwechslung mit Bärlauch ist die Regelursache. Stufe gedeckt.
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Lähmungen, Nierenversagen.
Vergiftungen verlaufen in Phasen. In den ersten 24 Stunden Bauchschmerzen, Uebelkeit, Erbrechen, Durchfall und erheblicher Fluessigkeitsverlust; danach Knochenmarkschaedigung mit Abfall der Blutzellen, Herzrhythmusstoerungen, Nieren- und Leberversagen. Colchicin bindet an Tubulin und verhindert die Bildung von Mikrotubuli; betroffen sind vor allem Gewebe mit hoher Zellteilungsrate — Magen-Darm-Trakt, Knochenmark und Haarfollikel.
Der Wirkstoff Colchicin wird ueber CYP3A4 und P-Glykoprotein verstoffwechselt. Hemmstoffe dieser Systeme — Clarithromycin, Erythromycin, Ketoconazol, Ciclosporin und Grapefruitsaft — erhoehen den Colchicinspiegel und damit die Vergiftungsgefahr. Die gleichzeitige Gabe von Statinen steigert das Risiko einer Muskelschaedigung.
Dieser Eintrag wird noch ergänzt.
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