ZumWohlsein — Nicole Wohlsein, Dipl. Kinesiologin
Kräuterwissen
Maniok

Maniok

Manihot esculenta

Plantae · Tracheophyta · Euphorbiaceae · Manihot · Malpighiales · Magnoliopsida

Auch: Yuca, Mandioca, Kassave, Mandi'o

Über die Pflanze

Halbimmergrüner Strauch, bis zu 5 m hoch. Handförmige geteilte Blätter (3–9 Segmente), spindelförmige stärkehaltige Knollen.

Wirkung

Stärke, Rohprotein, Ballaststoffe

Anwendung
  • Tapioka
  • Gari
  • Fufu
Überlieferte Heilwirkungen
  • in einigen Kulturen als Blutzuckerregulator oder bei Verdauungsproblemen eingesetzt; Blätter in Afrika als Eisenquelle bei Anämie oder als Entwässerungsmittel bei Ödemen
Erkennungsmerkmale

Spindelförmige stärkehaltige Knollen, handförmige Blätter mit bis zu 18 cm Länge

Wuchs

Strauch

Herkunft

Südamerika

Verwendete Pflanzenteile
  • Knollen
  • Blätter
Zubereitung
  • Rösten/Kochen zur Entgiftung von Cyanoglykosiden
Erntezeit
  • Teil: nach 9–12 Monaten
Inhaltsstoffe
  • Linamarin (cyanogenes Glykosid)
  • Lotaustralin
  • Stärke
  • Rohprotein
  • Ballaststoffe
Ätherische Öle
  • β-amyrin
  • (1r,2r,4br,6r,7r,8as)-2-ethenyl-1,6,7-trihydroxy-2,4b,8,8-tetramethyl-1,5,6,7,8a,9-hexahydrophenanthren-3-one
  • alnulin
  • (2r,4ar,6br,8ar,12ar,12br,14as,14br)-2,4a,6b,9,9,12a,14a-heptamethyl-10-oxo-3,4,5,7,8,8a,11,12,12b,13,14,14b-dodecahydro-1h-picene-2-carboxylic acid
  • (4ar,6ar,6bs,8ar,12ar,14ar,14br)-4,4,6a,6b,8a,11,11,14b-octamethyl-2,4a,5,6,7,8,9,10,12,12a,14,14a-dodecahydro-1h-picen-3-one
  • 7-ethenyl-2,8-dihydroxy-1,1,4a,7-tetramethyl-4,8,10,10a-tetrahydro-2h-phenanthrene-3,6-dione
  • (4as,4bs,7r,10as)-7-ethenyl-2,6-dihydroxy-1,1,4a,7-tetramethyl-2,4,4b,5,6,9,10,10a-octahydrophenanthren-3-one
  • (4ar,6ar,8ar,12as,12bs,14ar,14br)-4,4,6a,8a,11,11,12b,14b-octamethyl-2,4a,5,6,8,9,10,12,12a,13,14,14a-dodecahydro-1h-picen-3-one
  • β-amyrin
  • (3r,4ar,6ar,8ar,12ar,12bs,14ar,14br)-4,4,6a,8a,11,11,12b,14b-octamethyl-1,2,3,4a,5,6,8,9,10,12,12a,13,14,14a-tetradecahydropicen-3-ol
  • (1r,4s,6s,7s,9s,10s,13s)-6,7-dihydroxy-5,5,9,13-tetramethyltetracyclo[11.2.1.0¹,¹⁰.0⁴,⁹]hexadec-14-en-12-one
  • ent-kaurene
  • taraxerone
  • 10-hydroxy-2,4a,6b,9,9,12a,14a-heptamethyl-1,3,4,5,7,8,8a,10,11,12,12b,13,14,14b-tetradecahydropicene-2-carboxylic acid
  • 4,4,6a,8a,11,11,12b,14b-octamethyl-2,4a,5,6,8,9,10,12,12a,13,14,14a-dodecahydro-1h-picen-3-one
Sicherheit und Wechselwirkungen

Giftigkeit

stark

Herkunft der Einstufung: Korrektur von 'mittel' auf 'stark': Roher Maniok führt Linamarin, das im Körper Blausäure freisetzt — unzureichende Verarbeitung verursacht die irreversible Lähmung Konzo und tödliche Akutvergiftungen. ⚠ Die Inhaltsstoffangabe der Zeile ('Stärke, Rohprotein, Ballaststoffe') beschreibt das VERARBEITETE Lebensmittel und verschweigt genau den Stoff, auf den es ankommt — vgl. die Schwesterzeile P000691, die Cyanoglykoside korrekt führt.

Giftige Teile

  • Wurzelknolle (roh)
  • Blätter (roh)

Teile und Zubereitungen im Einzelnen

  • Knolle · roh — giftig
    Eine Ataxie oder Optikusatrophie

Vergiftungszeichen

Linamarin setzt beim Verzehr roher oder unzureichend verarbeiteter Knollen Blausäure frei: Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen, Atemnot, bei hoher Dosis Bewusstlosigkeit und Tod. ⚠ Chronisch — bei einseitiger Ernährung mit schlecht gewässertem Bittermaniok — entsteht KONZO, eine plötzlich einsetzende, bleibende spastische Lähmung der Beine, vor allem bei Kindern und Frauen. Ausreichendes Wässern, Fermentieren und Kochen zerstört das Glykosid; das ist der Grund für die traditionellen Verfahren. [ergänzt 2026-08-16,/T5b]

Nebenwirkungen

Verbliebene Blausaeureverbindungen in Maniokspeisen koennen neurologische Stoerungen bis hin zu Laehmungen verursachen, besonders bei mangelernaehrten Menschen. Wird die Aufbereitung abgekuerzt — wie es in Hungerzeiten vorkommt —, bleiben die Glykoside nur teilweise entfernt. Diese unzureichende Verarbeitung ist mit Konzo verknuepft, einer neurologischen Erkrankung durch dauerhafte Blausaeurebelastung.

Gegenanzeigen

ROHE Maniokwurzel darf nicht verzehrt werden. Alle Teile der Pflanze enthalten die cyanogenen Glykoside Linamarin und Lotaustralin (Verhaeltnis etwa 97 zu 3), aus denen bei der Verarbeitung Blausaeure frei wird. Vor dem Verzehr ist eine Aufbereitung zwingend: Einweichen mit anschliessendem Kochen entfernt mehr als Einweichen oder Kochen allein; Sonnentrocknung entfernt mehr als Ofentrocknung, weil das Enzym Linamarase laenger auf die Glykoside einwirken kann. Zerkleinern, Einweichen, Spuelen und Backen senken den Gehalt auf unbedenkliche Werte.

Wechselwirkungen

Zu Wechselwirkungen liegen uns hier keine Angaben vor. Das heißt nicht, dass es keine gibt. Wenn du Medikamente nimmst, frag bitte deine Ärztin oder in der Apotheke nach.

Dieser Eintrag wird noch ergänzt.

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