
Manihot esculenta
Plantae · Tracheophyta · Euphorbiaceae · Manihot · Malpighiales · Magnoliopsida
Auch: Yuca, Mandioca, Kassave, Mandi'o
Halbimmergrüner Strauch, bis zu 5 m hoch. Handförmige geteilte Blätter (3–9 Segmente), spindelförmige stärkehaltige Knollen.
Stärke, Rohprotein, Ballaststoffe
Spindelförmige stärkehaltige Knollen, handförmige Blätter mit bis zu 18 cm Länge
Strauch
Südamerika
stark
Herkunft der Einstufung: Korrektur von 'mittel' auf 'stark': Roher Maniok führt Linamarin, das im Körper Blausäure freisetzt — unzureichende Verarbeitung verursacht die irreversible Lähmung Konzo und tödliche Akutvergiftungen. ⚠ Die Inhaltsstoffangabe der Zeile ('Stärke, Rohprotein, Ballaststoffe') beschreibt das VERARBEITETE Lebensmittel und verschweigt genau den Stoff, auf den es ankommt — vgl. die Schwesterzeile P000691, die Cyanoglykoside korrekt führt.
Linamarin setzt beim Verzehr roher oder unzureichend verarbeiteter Knollen Blausäure frei: Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen, Atemnot, bei hoher Dosis Bewusstlosigkeit und Tod. ⚠ Chronisch — bei einseitiger Ernährung mit schlecht gewässertem Bittermaniok — entsteht KONZO, eine plötzlich einsetzende, bleibende spastische Lähmung der Beine, vor allem bei Kindern und Frauen. Ausreichendes Wässern, Fermentieren und Kochen zerstört das Glykosid; das ist der Grund für die traditionellen Verfahren. [ergänzt 2026-08-16,/T5b]
Verbliebene Blausaeureverbindungen in Maniokspeisen koennen neurologische Stoerungen bis hin zu Laehmungen verursachen, besonders bei mangelernaehrten Menschen. Wird die Aufbereitung abgekuerzt — wie es in Hungerzeiten vorkommt —, bleiben die Glykoside nur teilweise entfernt. Diese unzureichende Verarbeitung ist mit Konzo verknuepft, einer neurologischen Erkrankung durch dauerhafte Blausaeurebelastung.
ROHE Maniokwurzel darf nicht verzehrt werden. Alle Teile der Pflanze enthalten die cyanogenen Glykoside Linamarin und Lotaustralin (Verhaeltnis etwa 97 zu 3), aus denen bei der Verarbeitung Blausaeure frei wird. Vor dem Verzehr ist eine Aufbereitung zwingend: Einweichen mit anschliessendem Kochen entfernt mehr als Einweichen oder Kochen allein; Sonnentrocknung entfernt mehr als Ofentrocknung, weil das Enzym Linamarase laenger auf die Glykoside einwirken kann. Zerkleinern, Einweichen, Spuelen und Backen senken den Gehalt auf unbedenkliche Werte.
Zu Wechselwirkungen liegen uns hier keine Angaben vor. Das heißt nicht, dass es keine gibt. Wenn du Medikamente nimmst, frag bitte deine Ärztin oder in der Apotheke nach.
Dieser Eintrag wird noch ergänzt.
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