ZumWohlsein — Nicole Wohlsein, Dipl. Kinesiologin
Kräuterwissen

Weißer Germer

Veratrum album

Plantae · Tracheophyta · Melanthiaceae · Veratrum · Liliales · Liliopsida

Auch: Helleborus albus, Melanthium album, Melanthium bracteolare, Melanthium virens, Veratrum bosniacum, Veratrum bosniacum albanicum, Veratrum croaticum, Veratrum flavum, Veratrum lobelianum glabrescens, Veratrum lobelianum misae, Veratrum lobelianum obovatum, Veratrum lobelianum oppositifolium, Veratrum lobelianum podolicum, Veratrum misae, Veratrum parviflorum, Veratrum polygamum, Veratrum viride

Über die Pflanze

Kräftige Hochstaude der Bergwiesen und Almen mit breiten, längsgefalteten Blättern und einer dichten Rispe grünlich-weißer Blüten.

Überlieferte Heilwirkungen
  • schleimlösend
  • schmerzstillend
Erkennungsmerkmale

⚠ VERWECHSLUNGSGEFAHR: Die jungen Blätter werden regelmäßig mit Bärlauch (Allium ursinum) und mit Gelbem Enzian (Gentiana lutea) verwechselt. Unterscheidung: Germerblätter sind längsgefaltet, wechselständig und geruchlos; Bärlauch riecht beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch, Enzianblätter stehen gegenständig.

Sammeln

Pflanzenteile: Wurzeln, Wurzelstock

Inhaltsstoffe
  • jervine
  • rubijervine
  • jervine
  • 10,14,16,20-tetramethyl-22-azahexacyclo[12.10.0.0²,¹¹.0⁵,¹⁰.0¹⁵,²³.0¹⁷,²²]tetracos-4-ene-7,13-diol
  • veratramine
  • pseudojervine
  • veratrosine
  • germine
  • verazine
  • protoveratrine a
  • o-acetyljervine
  • isorubijervine
  • veratrosine
  • veratramine
  • solanidine
  • 6,10,23-trimethyl-4-azahexacyclo[12.11.0.0²,¹¹.0⁴,⁹.0¹⁵,²⁴.0¹⁸,²³]pentacos-17-ene-10,12,20-triol
  • neogermitrine
  • (r)-2-methylbutyric acid
  • 2-methylbutanoic acid
Sicherheit und Wechselwirkungen

Giftigkeit

tödlich

Herkunft der Einstufung: Protoveratrin (Veratrum album): Bradykardie und Blutdruckabfall; Verwechslung mit Gelbem Enzian ist die Regelursache. Stufe gedeckt.

Giftige Teile

  • Wurzelstock
  • Blätter
  • alle Pflanzenteile

Teile und Zubereitungen im Einzelnen

  • Wurzel · roh — giftig
    Erbrechen, heftiger Durchfall, Kältegefühl, Muskelkrämpfe, Halluzinationen, Atemnot und Kollapszustände. Der Tod kann zwischen drei und zwölf Stunden nach der Giftaufnahme eintreten.
  • Wurzel · getrocknet — giftig
    Erbrechen, heftiger Durchfall, Kältegefühl, Muskelkrämpfe, Halluzinationen, Atemnot und Kollapszustände. Der Tod kann zwischen drei und zwölf Stunden nach der Giftaufnahme eintreten.
  • Rhizom · roh — giftig
    Erbrechen, heftiger Durchfall, Kältegefühl, Muskelkrämpfe, Halluzinationen, Atemnot und Kollapszustände. Der Tod kann zwischen drei und zwölf Stunden nach der Giftaufnahme eintreten.
  • Blatt · roh — giftig
    Erbrechen, heftiger Durchfall, Kältegefühl, Muskelkrämpfe, Halluzinationen, Atemnot und Kollapszustände. Der Tod kann zwischen drei und zwölf Stunden nach der Giftaufnahme eintreten.

Vergiftungszeichen

Die Steroidalkaloide erhöhen die Durchlässigkeit der Natriumkanäle von Nervenzellen, die dadurch dauerhaft feuern. Über den Vagusnerv wird der Bezold-Jarisch-Reflex ausgelöst: Blutdruckabfall, verlangsamter Puls und Atemstillstand. Zuerst treten Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Kopfschmerz auf, dazu Sehstörungen, Kribbeln, Schwindel, vorübergehende Erblindung und Verwirrtheit; danach folgen Bradykardie, AV-Block, Blutdruckabfall und Ohnmacht. Behandelt wird vorrangig mit Atropin, bei Bedarf mit kreislaufstützenden Mitteln.

Wechselwirkungen

Zu Wechselwirkungen liegen uns hier keine Angaben vor. Das heißt nicht, dass es keine gibt. Wenn du Medikamente nimmst, frag bitte deine Ärztin oder in der Apotheke nach.

Dieser Eintrag wird noch ergänzt.

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